Verhaltensmuster: So änderst du deine Gewohnheiten (Lesedauer: 5 Minuten)

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Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ein Großteil unseres täglichen Verhaltens läuft unterbewusst ab und wird durch Gewohnheiten gesteuert. So greifen wir morgens erst einmal zur Zahnbürste, nehmen stets zur gleichen Zeit die Bahn zur Arbeit und besorgen uns auf dem Weg von der Bahnstation ins Büro noch eben ein Croissant auf die Hand. Dieser Automatismus erleichtert uns den Alltag, da wir keine Energie aufbringen müssen, um Entscheidungen zu treffen und bewusst zu handeln. Allerdings etablieren sich über die Jahre nicht nur positive Verhaltensweisen. Schauen wir bei jeder neuen Benachrichtigung sofort auf das Handy oder schieben wichtige Aufgaben immer wieder auf, kann das auf Dauer eine Belastung darstellen. Doch wie schafft man es negative Verhaltensweisen zu verändern und neue positive Verhaltensweisen nachhaltig in den Alltag zu integrieren?  

 

Verstehe, wie Verhaltensweisen funktionieren 

Jede Gewohnheit läuft in dem psychologischen Muster einer Schleife ab: Auslöser – Aktion – Belohnung. Das Gehirn untersucht seine Umgebung auf einen auslösenden Reiz. Das können beispielsweise Situationen, Geräusche oder Orte sein. Wird ein Trigger wahrgenommen, reagiert das Gehirn mit der gewohnten Aktion. Anschließend folgt die Belohnung. Sie ist der eigentliche Grund, weshalb sich Verhaltensweisen manifestieren und zu Automatismen werden. Ein Beispiel: Immer, wenn du morgens aufstehst, gehst du zuerst an deinen Computer und checkst deine E-Mails. Sobald die E-Mails angezeigt werden, fühlst du dich gut, da du es wieder einmal geschafft hast, pünktlich mit deinem Arbeitstag zu beginnen. Hast du erkannt, wobei es sich im Beispiel um den Auslöser, die Handlung und die Belohnung handelt? Der Auslöser liegt in der Uhrzeit, die Handlung umschreibt das Computerhochfahren und Laden der E-Mails und belohnt wirst du durch das gute Gefühl, welches sich direkt nach der Handlung in dir ausbreitet. 

Stell dir nun vor, dein Wecker klingelt einen Morgen nicht. Du verschläfst und musst schnell los zu einem wichtigen Termin. Sofort wird dir bewusst, dass du deine E-Mails nicht zur gewohnten Zeit lesen kannst. Ein Gefühl von Anspannung breitet sich in dir aus, da die übliche Verhaltensweise durchbrochen wurde. Gewohnte Verhaltensweisen nicht einzuhalten führt meist zu Unbehagen. Das glaubst du nicht? Probiere es selbst aus: Halte die Zahnbürste heute in der linken statt der rechten Hand, setze dich auf die andere Seite der Couch oder verzichte auf deinen Nachmittagskaffee. Du wirst merken, dass schon die kleinstmögliche Veränderung etwas in dir auslöst und du den Drang verspürst, die Hand zu wechseln oder doch zur Kaffeetasse zu greifen.  

 

Warum es so schwer ist, Verhaltensmuster zu verändern 

Bereits etablierte Verhaltensmuster erleichtern dir den Alltag ungemein. Du verbrauchst für bestimmte Gewohnheiten und Routinen keine Energie mehr, da du nicht weiter darüber nachdenken musst sondern Handlungen unbewusst ausführst. Der bewusste Teil deines Gehirns kann sich entspannen. Somit hast du mehr Ressourcen für andere bewusste Denkvorgänge frei und vermeidest zudem Fehler. Anfangs fällt es dir schwer nach jedem Meeting deine ToDo’s direkt zu notieren, da du es nicht gewohnt bist und diese Handlung bewusst durchführen musst. Sobald du sie jedoch regelmäßig wiederholst, wird sie zur Routine und läuft automatisch ab. 

Gewohnte Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern fällt schwer. Etwas Neues auszuprobieren und alte Gewohnheiten abzulegen ist herausfordernd. Das aktuelle Verhalten ist schließlich bequem, sicher und vertraut. Auch Fehler unterlaufen einem in einer festen Routine selten. Neues hingegen ist unsicher und fremd. Es macht Angst und kostet zudem viel Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen die ersten Schritte zu wagen. Hast du dich nun überwunden und dein Sportprogramm gestartet, fühlt sich das gut an. Doch ein großes Problem ist das tief verankerte menschliche Bestreben nach Verhaltensmustern. Wir lieben es uns in einem Rahmen zu bewegen, den wir kennen. Das führt sogar so weit, dass wir uns unbewusst selbst manipulieren während wir eine Veränderung anstreben und bereits dabei sind an ihr zu arbeiten. Sicher hast du den inneren Schweinehund selbst schon einmal erlebt. Die Routine schreit quasi nach dir und versucht, dich zurückzuziehen. Plötzlich kommt etwas Wichtiges dazwischen und das geplante Sportprogramm für den Feierabend muss heute ausfallen oder vielleicht ist der derzeitige Job doch gar nicht so verkehrt und das Bewerbungen schreiben wird erneut nach hinten verschoben. Unbewusst holen uns die gewohnten Verhaltensmuster zu sich zurück und stellen das Gefühl von Sicherheit und Gemütlichkeit wieder her. Damit du es trotz dieser Herausforderung schaffst, deine Verhaltensweisen zu ändern, benötigst du die richtige Herangehensweise. 

 

Schritt für Schritt zur neuen Verhaltensweise  

 Möchtest du etwas ändern, musst du ins kalte Wasser springen. Mittlerweile wissen wir es alle: Das Glück liegt meist außerhalb unserer Komfortzone. Setze dir ein Ziel, dass du zu deiner persönlichen Normalität werden lassen möchtest. Dafür ist es wichtig, deine bisherigen Verhaltensweisen nach dem oben genannten Prinzip zu analysieren: Trigger – Handlung – Belohnung. Gehe deinen Alltag einmal in deinen Gedanken durch. Was wiederholt sich täglich? Was davon tut dir gut? Was belastet dich und würdest du gerne ändern wollen? Seine Routinen erst einmal zu erkennen und sich diesen bewusst zu werden, ist bereits ein riesiger Schritt. Nur wenn du sie anerkennst, kannst du auch etwas daran verändern. 

Nehmen wir an, du stehst jeden Morgen auf, setzt dich direkt an deinen Computer, aber kannst deine Augen kaum offenhalten. Du stellst fest, dass dir dieses Verhalten nicht guttut, du dich meistens vor dem Rechner quälst und erst am späten Vormittag den Weg in die Küche wagst, um dir etwas zu trinken zu holen.  Du beschließt, dass du ab sofort jeden Morgen ein großes Glas Wasser trinken möchtest, damit dein Körper mit ausreichend Flüssigkeit versorgt ist und aufgeweckt wird bevor du die Arbeit beginnst. Das heißt, du veränderst deinen gewohnten Ablauf. Dein Trigger – das Aufstehen am Morgen – bleibt bestehen. Jedoch ersetzt du den darauffolgenden Handlungsschritt. Anstatt dich wie gewohnt direkt vor deinen Computer zu setzen, gehst du nun erst einmal in die Küche und trinkst ein großes Glas Wasser. Belohnt wirst du durch die neue Verhaltensweise mit einem klaren Kopf, der es dir ermöglicht, wach und konzentriert deinen Tagesaufgaben nachzugehen. 

Also: Um eine Verhaltensweise zu verändern, musst du dir erstmal über deine bisherigen Verhaltensmuster klar werden. Dann kannst du sie nach dem Trigger-Handlung-Belohnung-Schemata analysieren und diesen Ablauf an deine gewünschte Verhaltensänderung anpassen. Möchtest du eine neue Verhaltensweise hinzufügen, funktioniert dies nach demselben Schema. Überlege dir, welche weitere Verhaltensweise in deinem Alltag nützlich wäre und suche dir einen Trigger, den du zur Einleitung der Verhaltensweise verwenden magst. Um deine Verhaltensmuster zu analysieren und neue Verhaltensweisen zu implementieren, kannst du gerne unseren Verhaltensweisen-Onepager downloaden, ausdrucken und zur Hilfe nehmen. Einen Tipp, den ich dir zudem mit auf den Weg geben möchte, ist der Alltagsanker. Ein Alltagsanker ist ein Objekt oder sichtbares Zeichen, das dich im Alltag zusätzlich zu dem eigentlichen Trigger an dein Vorhaben erinnert. Im Beispiel des Glas Wassers am Morgen kann dein Alltagsanker ein Post-It mit der Aufschrift „Wasser“ sein, den du dir auf den Nachtisch oder deine Schlafzimmertür klebst. 

Nach 21 Tagen kontinuierlicher Wiederholungen der neuen Verhaltensweisen sinkt der Drang nach alten Gewohnheiten, die Umsetzung der Veränderung wird dir also ab diesem Zeitpunkt leichter vorkommen. 100 Tage nach Umsetzungsstart ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass du die Verhaltensweise den Rest deines Lebens ausführen wirst. Sie ist zur Routine und Gewohnheit geworden. Es sei denn, du nimmst dir erneut bewusst vor, sie zu verändern. Was hältst du davon, dich selbst zu motivieren, indem du dir zu Beginn der Umsetzung etwas überlegst, womit du dich nach 21 sowie nach 100 Tagen belohnen kannst? Das kann je nach deinen Interessen beispielsweise ein Restaurantbesuch, eine Massage oder ein neues Buch sein. 

Du merkst, bestehende Verhaltensmuster zu verändern oder neue zu etablieren ist herausfordernd, aber nicht unmöglich. Mit der richtigen Strategie und etwas Durchhaltevermögen, kannst du dein Ziel sicher erreichen. Wichtig ist, anzufangen und dir jeden Tag bewusst zu machen, welche Vorteile dir die angestrebte Verhaltensweise in dein Leben bringt. Du schaffst das!

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Sebastian ist der Geschäftsführer der Sales Academy und beschäftigt sich seit zwei Jahren mit dem Thema "Beratender Verkauf" in der Medienbranche. Hierzu hat die Sales Academy einige Forschungsprojekte durchgeführt, um herauszufinden, wie Verlage die Transformation vom "kampagnenorientierten Verkaufen" in den "Beratenden Verkauf" moderieren.

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